Herzinfarkt
Zahlen
In Deutschland erleiden jährlich mehr als eine halbe
Million Menschen einen Herzinfarkt. Der Herzinfarkt ist eine
lebensbedrohliche Erkrankung. In den ersten vier Wochen
sterben 40 bis 50 Prozent der Patienten, Frauen häufiger als
Männer.
Herz-Kreislaufkrankheiten, wozu auch der Herzinfarkt
gehört, sind in Deutschland eine Volkskrankheit und die
häufigste Todesursache. Fast 50 Prozent aller Todesfälle
sind auf diese Ursache zurück zu führen. Im Jahr 2002
starben 393.778 Menschen an einer Erkrankung des
Kreislaufsystems. Einen Herzinfarkt erlitten 69.274 Menschen,
davon 55 Prozent Männer und 45 Prozent Frauen. Das heißt,
zirka zehn Prozent der Männer verstarben am Herzinfarkt.
Nürnberg ist die Stadt in Bayern mit der höchsten
Herzinfarktrate. Deshalb ist dieses Thema hier besonders
präsent.
Krankheitsbild
Was ist ein Herzinfarkt?
Bei einem Herzinfarkt stirbt ein Teil des Herzmuskels durch
den Verschluss eines Herzkranzgefäßes ab. Das Herz wird in
der Regel von drei großen Blutgefäßen, den
Herzkranzgefäßen (Koronararterien), mit Blut und Sauerstoff
versorgt. Wird eines dieser Gefäße durch ein Blutgerinnsel
verstopft, kann das Blut nicht mehr zirkulieren. Die
Sauerstoffzufuhr ist somit unterbrochen, und der von diesem
Gefäß versorgte Herzmuskel stirbt ab, wenn es nicht gelingt,
innerhalb von wenigen Stunden das verschlossene Gefäß wieder
zu eröffnen.
Folgende Symptome können bei einem Herzinfarkt auftreten.
Sie können individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein
oder ganz fehlen:
- Verstopft ein Blutgerinnsel eines der Herzkranzgefäße,
werden Blut- und Sauerstoffaustausch unterbrochen
- Beklemmendes Engegefühl im Brustbereich
- Dumpfer Druck, Ziehen, Brennen oder stechender Schmerz
im Brustbereich
- Schmerzen, die in den linken Arm oder den Rücken, den
Bauch, zwischen die Schulterblätter und in den
Unterkiefer ausstrahlen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Fahle Gesichtsfarbe
- Kalter Schweiß
- Herzklopfen
- Atemnot
- Plötzlicher Kreislaufzusammenbruch
- Unruhe
- Todesangst
Vorsorge/ Früherkennung
Krankheiten werden oft spät und nicht selten zu spät
erkannt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall,
Bluthochdruck, Herzschwäche, Rhythmusstörungen,
Arteriosklerose, arterielle Verschlusskrankheit und
Herzinfarkt können vorgebeugt oder rechtzeitig diagnostiziert
werden.
Es ist wichtig, die Risikofaktoren und Symptome des
Herzinfarkts zu kennen und zu wissen, wie man sich im Notfall
richtig verhält. Zu viele Menschen rufen trotz typischer
Anzeichen zu spät den Rettungswagen. Jeder dritte Patient mit
einem Herzinfarkt stirbt vor Erreichen der Klinik.
Die häufigste Ursache des Herzinfarktes ist die
Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Dafür gibt es folgende
Risikofaktoren:
- Erhöhter Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie)
- Erhöhter Blutdruck (Hypertonie)
- Zuckerkrankheit (Diabetes)
- Übergewicht (Adipositas)
- Rauchen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie
- Zu wenig körperliche Bewegung
- Männer sind gefährdeter als Frauen, bei Frauen jedoch
steigt das Risiko deutlich nach den Wechseljahren
(Postmenopause).
Und so können Sie das Risiko für eine Arterienverkalkung
reduzieren und einen Herzinfarkt vorbeugen:
- Hören Sie auf zu rauchen.
- Ernähren Sie sich gesund und fettarm mit viel Gemüse.
- Wenn Sie übergewichtig sind, sollten Sie abnehmen.
- Seien Sie drei mal wöchentlich für zirka 45 Minuten
körperlich aktiv.
- Achten Sie auf die optimale Behandlung eines Diabetes
mellitus, eines hohen Blutdrucks oder erhöhter
Blutcholesterinwerte
- Nehmen Sie verordnete Medikamente zuverlässig ein
Testen Sie Ihr Herzinfarktrisiko!
Aufgrund verschiedener Faktoren kann Ihr persönliches
Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, errechnet werden.
Dafür spielen Alter, Blutdruck (systolischer/oberer), das
LDL-Cholesterin und das Hdl-Cholesterin, die Triglyzeride,
Blutzuckerwerte (Diabetes mellitus), das Rauchverhalten sowie
familiär bedingte Veranlagung für einen Herzinfarkt
(Vorkommen in der Familie) eine Rolle.
Nutzen Sie die Gelegenheit und lassen Sie sich kostenfrei
testen auf dem Männergesundheitstag am 15. Oktober in der
Philharmonie Essen!
Selbsthilfe
Mehr Informationen und Hilfe finden Sie unter:
www.herzstiftung.de/Selbsthilfegruppen.htm
www.schlaganfall-selbbsthilfegruppe-froehlichestiefmuetterchen.de
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